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Vitale Innenstädte: Warum es ohne den Dialog mit der Immobilienwirtschaft nicht geht

von Dr. Eva Stüber

Eine digitale Plattform in kommunaler Hand zur Steuerung der innerstädtischen Gewerbeimmobilien ist bereits eine Innovation an sich – doch es ist nur ein Teil dessen, was die „Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung“ aktuell auf die Beine stellen. Mit Blick auf die Prozesse und Inhalte ist der Dialog aller Stakeholder zur Erreichung des Zielbildes ebenso entscheidend. Folgend ordnen wir die Rolle der Immobilienwirtschaft im Trialog mit der Kommune und der Anbieterseite einmal detaillierter ein.

Alle an einen Tisch – so die Maßgabe des Projekts „Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung“. Das heißt, nicht nur der Handel und weitere Anbieter sowie die Kommune selbst, sondern eben auch die Vertreter:innen der Immobilienwirtschaft, deren Leerstand zum Sinnbild nicht-vitaler Innenstädte geworden ist. Trotzdem wurde zum Projektstart häufiger der „Vorwurf“ laut, dass mit der neuen digitalen Plattform Immobilienmakler:innen nicht mehr gebraucht würden – das stimmt nicht. Mit der Digitalisierung verändern sich aber die Rahmenbedingungen und damit muss sich auch die Rolle der Immobilienmakler:innen wandeln.

Die digitale Plattform LeAn® ist Teil dieses Wandels – und Sprungbrett. Mit der Plattform erhalten Vermittlerinnen und Vermittler von Gewerbeflächen Zugang zu einem Ökosystem, das es ihnen ermöglicht, schneller und hochwertigere Exposés zu erstellen, Kontakte zu erhalten und zu vermitteln. Deshalb ist es für uns auch entscheidend, ihre Sichtweise in den aktuellen Prozess einzubinden. Was bedeutet dieses Vorhaben nun für die Immobilienwirtschaft? Welche Rolle nimmt sie in dem Konstrukt ein?

Immobilienwirtschaft ist Teil der Lösung

Die Immobilienwirtschaft ist eine der entscheidenden Nutzergruppen auf dem Weg zu vitalen Innenstädten. Ihre Daten und ihr Know-how tragen entscheidend zum Erfolg eines vorausschauenden Ansiedlungsmanagements bei. Berücksichtigung finden hierbei selbstverständlich auch die Systeme, auf welche die immobilienwirtschaftlichen Akteur:innen bei ihrer Arbeit zurückgreifen können. Der große Unterschied zu existierenden immobilienwirtschaftlichen Systemen: Die Federführung bei der neuen digitalen Plattform liegt bei der Kommune mit ihrer Wirtschaftsförderung als maßgeblichem Akteur.

Das System LeAn® ist ganzheitlich gedacht und bindet alle Nutzergruppen mit ein. Durch Schnittstellen zu weiteren Systemen und Daten sowie den ermöglichten Zugang für alle Nutzergruppen kann das Ökosystem seine Wirkkraft entfalten. Durch die Datenbereitstellung zu Gewerbeimmobilien und Leerständen, aber auch die Nutzung der Plattform trägt die Immobilienwirtschaft ihren Teil dazu bei, dass (Innenstadt-)Standorte attraktiv bleiben oder werden. Ein schneller Nachvermietungsprozess und angemessene Preise werden gesichert.

Grafik: Vitale Innenstädte durch vorausschauendes Leerstands- und Ansiedlungsmanagement
© Nadine Hofstetter | www.nh-visuals.com

Wie geht es weiter?

Mit dem Projektansatz der „Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung“ werden neue Pfade betreten. Ein „Weiter so“ ist keine Option. Viele engagierte und motivierte Akteure und Akteurinnen wirken bei den Stadtlaboren mit. Der regelmäßige Austausch mit der Immobilienwirtschaft und allen weiteren Nutzergruppen ist über den Projektbeirat sichergestellt – doch jedes Feed-back ist wichtig. Wir freuen uns, wenn auch Sie einen Teil dazu beitragen. Wenn nach Abschluss des Projekts ab Januar 2023 die Plattform in allen Kommunen in Deutschland ausgerollt werden kann, sollen neue Konzepte und Geschäftsmodelle für mehr Vielfalt sowie echte Mehrwerte für Bürger:innen schnellstmöglich Alltag werden.

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