Karlsruhe

"Übertragung der Ziele für die Entwicklung der Innenstadt auf die Ebene der Immobilien"

Deutschlandkarte Karlsruhe markiert mit Zeichnung des Karlsruher Schlosses
© Nadine Hofstetter | www.nh-visuals.com

Dr. Frank Mentrup

Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe

„Wir müssen den Wandel als Chance begreifen und aktiv die Zukunft mitgestalten. Unter Einbindung der Akteure vor Ort wird eine dynamische, lebendige und nachhaltige Entwicklung gelingen. Eine attraktive Nutzungsmischung wie auch spezialisierte, profilierte Quartiere machen die City für alle Menschen interessant. So stärken wir den sozialen Zusammenhalt und schaffen zukunftsfähige und lebenswerte Innenstädte.“

Porträt Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe
© Roland Fraenkle

Wieso wurde sich für einen Teilnahme am Projekt entschieden?

Der geordnete Umgang mit dem Thema Leerstände war bereits Ergebnis des CIMA-Gutachtens zur „Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030“, das Mitte 2019 im Gemeinderat beraten und in das Karlsruher Maßnahmenprogramm zur strategischen Innenstadtentwicklung „Aktionsplan City 2020-2026“ überführt wurde. Die Pandemie war dann ausschlaggebend dafür, das Thema Leerstandsmanagement, als eines von mehreren im Rahmen eines „Updates“ zur Krisenbewältigung 2020, mit erhöhter Priorität zu versehen. Kurze Zeit später wurden wir über das „Stadtretter“-Netzwerk durch das IFH KÖLN angesprochen, ob wir uns eine Beteiligung vorstellen können. Es passte daher ideal in die Strategie der Stadt, auf die Auswirkungen der Pandemie zu reagieren.

Was sind die größten Herausforderungen vor Ort in Bezug auf Leerstands- und Ansiedlungsmanagement?

Bislang wurde das Thema zwar stichtagsbezogen erfasst, allerdings haben sich die Wirtschaftsförderung, das Citymarketing und andere städtische Stellen bedarfsorientiert mit einzelnen Immobilien befasst. Nun bekommen wir eine Plattform, die uns in die Lage versetzt, aktiver auf Basis umfassenderer Informationen insbesondere mit diesen Immobilien umzugehen. D.h. nicht, dass die Stadt nun als Maklerin auftritt. Sie wird vielmehr in die Lage versetzt, ihre strategischen Vorstellungen für die Entwicklung der Innenstadt insgesamt und einzelner innerstädtischer (Einzelhandels-)Lagen auf die Ebene der Immobilien zu übertragen. Damit kommt Karlsruhe von einer eher passiven in eine aktive Rolle und kann auf Augenhöhe und proaktiv mit Eigentümern, Makler:innen und Projektentwickler:innen sprechen. Auf Basis der digitalen Plattform und den darin enthaltenen Informationen zu einzelnen auch potentiellen Leerständen kann die Stadt schneller in den Dialog mit der Immobilienwirtschaft treten und so im Idealfall den Prozess hin zu einer attraktiven Immobilienentwicklung nicht nur inhaltlich mitgestalten, sondern auch beschleunigen.

Woran arbeitet die Modellstadt im Projekt aktuell konkret?

Wir arbeiten an der Zusammenführung bestehender Daten, der Abstimmung bestehender Prozesse mit der neuen Datenbank und der Kommunikation mit der Immobilienwirtschaft.

Welche Best Practices zur Vitalisierung gibt es schon vor Ort? Welche Erfahrungen wurden hierbei gemacht?

Aktuell wird eine ehemalige großflächige Handelsimmobilie in A-Lage umgebaut und es wird ein neuer Nutzungsmix realisiert. Von den ehemals vier Geschossen Einzelhandel verbleiben zwei mit zur Lage passenden Mieter:innen und ein attraktives Freizeitangebot wird neben Büros integriert. An der Entwicklung der Immobilie war die Stadt Karlsruhe frühzeitig beratend beteiligt. Gerade enge Begleitung beim den Themen Baurecht und Brandschutz haben sich dabei als wichtig erwiesen.

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