Bremen

Um den Herausforderungen zielgerichtet zu begegnen, braucht es Daten und Fakten als Grundlage für die Entwicklung neuer Maßnahmen.

Deutschlandkarte Bremen markiert mit Zeichnung der Bremer Stadtmusikanten
© Nadine Hoffmann | www.nh-visuals.com

Kristina Vogt

Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

„Bei der Innenstadtentwicklung müssen wir die Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt gut hinbekommen. Dabei muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Bremen hat dies im Blick und mit den Digitallotsen bereits erfolgreich Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützt. Inhabergeführte Unternehmen profitieren auch vom digitalen Leerstands- und Ansiedlungsmanagement.“

Porträt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Bremen

Wieso wurde sich für eine Teilnahme am Projekt entschieden?

Bei dem Projekt geht es darum, sich mit anderen Städten zu einem Stadtlabor zusammenzuschließen und den transparenten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Wir möchten aber nicht nur voneinander lernen, sondern auch unsere Erfahrungen an andere Städte weitergeben, weil wir glauben, dass Zusammenhalt und Austausch für die Überwindung der lokalen Herausforderungen zentral sind.

Was sind die größten Herausforderungen vor Ort in Bezug auf Leerstands- und Ansiedlungsmanagement?

Ein großer Teil unserer Arbeit an diesem Punkt besteht darin, die richtigen Ansprechpartner:innen zu recherchieren. Wir stehen dabei vor ganz verschiedenen Gruppen mit individuellen Ansprüchen und Bedarfen – dazu gehören einzelne Gebäudeeigentümer, aber auch Erbengemeinschaften, Hausverwaltungen oder Fonds. Diese Recherche ist sehr aufwendig und nur mit zusätzlichem Personal leistbar. Zudem geht es häufig darum, erst einmal Überzeugungsarbeit zu leisten, damit sich die Angesprochenen am Dialog beteiligen und den Mehrwert für sich erkennen. Wenn das gelungen ist, müssen wir sehr professionell mit den Daten umgehen. Dazu gehört dann auch eine datenschutzkonforme Digitalisierung.

Woran arbeitet die Modellstadt im Projekt aktuell konkret?

Im Projekt Ansiedlungsmanagement beschäftigen wir uns intensiv mit der weiteren Datenerhebung zu möglichen neuen Nutzungen und Nutzer:innen für innerstädtische Geschäftshäuser. Dazu machen wir eine ausführliche Recherche im In- und Ausland, um innovative Konzepte für die Innenstadt zu identifizieren. Zudem befinden wir uns im intensiven Dialog mit der Immobilienwirtschaft. Das hilft uns, frühzeitig über mögliche Nutzerwechsel informiert zu werden. Aktuell bereiten wir bereits die zweite Veranstaltung mit den Eigentümerinnen und Eigentümern der Innenstadtimmobilien vor. Und wir identifizieren und entwickeln weitere Projekte, die Angebot und Nachfrage zusammenbringen sollen – wie etwa weitere Wettbewerbe für den Innenstadtbereich oder auch Möglichkeiten, wie wir bei der Umgestaltung bestehender Geschäftshäuser unterstützen können.

Welche Best Practices zur Vitalisierung gibt es schon vor Ort? Welche Erfahrungen wurden hierbei gemacht?

Mit dem Aktionsprogramm Innenstadt (API) und dem daran anschließenden Zukunftsfonds Innenstadt macht sich Bremen auf, die Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten. Das API umfasst insgesamt über 30 Einzelmaßnahmen, die bis Ende 2022 schnell und unkompliziert umgesetzt werden und die Bremer City nachhaltig stärken sollen. Sie verteilen sich auf die Schwerpunkte Aufenthaltsqualität, Attraktivität und Vielfalt, Erreichbarkeit, Marketing und Kommunikation, Digitalisierung des Handels und Unterstützung der Immobilienwirtschaft.

Im Rahmen dieser Programme hat die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH im Auftrag des Bremer Senats in den vergangenen zwei Jahren vier Wettbewerbe für größere und kleinere freistehende Ladeneinheiten und unterschiedliche Nutzungen (Einzelhandel und Gastronomie) umgesetzt. Hinzu kommt ein Wettbewerb, der sich an den bereits bestehenden Einzelhandel richtete und diesen dabei unterstützt, sich angesichts der aktuellen Herausforderungen zukunftsfähig aufzustellen. Mit den Digital-Lotsen unterstützen wir den stationären Einzelhandel, die Gastronomie und die Touristikbranche dabei, digitale Kompetenz aufzubauen und neue Instrumente für sich zu nutzen. Hinzu kommen umfassende Kommunikations- und Marketingmaßnahmen.

Weitere Akteurinnen und Akteure der Stadt setzen andere Bausteine aus den Programmen um. Dazu gehören beispielsweise eine bessere Erreichbarkeit, die Entwicklung von C-Lagen, Begrünung, Möblierung, Lichtinstallationen, Veranstaltungen oder auch Kunst- und Kulturprojekte.

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